RIA vs. Desktop-Software

Immer mehr Unternehmen achten bei der Neuanschaffung von Software auf langlebige und zeitgemäße Konzepte. Dass bei dieser Entscheidung Desktop-Software meist schlechter abschneidet als Web-Anwendungen, bekam auch Microsoft zu spüren und reagierte mit den Office Web Apps.

Unter Desktop-Software werden Anwendungen verstanden, wie wir sie schon seit Jahren kennen. Man installiert sich das Programm und führt es dann auf demselben Rechner aus.

Demgegenüber stehen Rich Internet Applications, kurz RIA, deutsch “reichhaltige Internet-Anwendungen”. Das offensichtlichste Merkmal ist hierbei, dass die Anwendung beim Nutzer direkt im Webbrowser genutzt wird und nicht installiert werden muss. Aus Entwickler-Sicht handelt es sich um eine webbasierte Client-Server Anwendung.

Die Benutzeroberfläche soll dabei weniger einer Website gleichen, sondern ergonomisch und intuitiv zu bedienen sein. Somit soll eine möglichst einfache Handhabung mit der Anwendung bei gewohntem Komfort (z.B. Drag&Drop, Shortcuts) effizientes Arbeiten mit Usability kombinieren.

Die Geschwindigkeit und Leistung der Software hängt bei Desktop-Software meist von der Belastbarkeit des Client-PC ab. Bei konventionellen Web-Anwendungen ist es genau umgekehrt; dort wird vorwiegend der Server belastet, was dazu führen kann, dass es zeitweise Geschwindigkeitseinbußen gibt. Ein typischer Mangel bei der Umsetzung von RIAs ist, dass beim Konzept in die alten Schemata zurückgefallen wird. Zunehmend ist festzustellen, dass gerade dieser Vorteil von RIA durch mangelnde Umsetzung nicht wahrgenommen wird.

Ein weiterer Aspekt für Nutzer ist, dass die Anwendung nicht nur auf dem PC am Arbeitsplatz, sondern auch am Laptop oder im Idealfall auf dem Handy, PDA, Smartphone oder iPhone genutzt werden kann dank Plattformunabhängigkeit und enormer Kompatibilität. Obwohl gerade diese Kriterien für viele Unternehmen der Grund sind, RIA den bisherigen Softwarelösungen vorzuziehen, ist ausgerechnet dabei festzustellen, dass von Entwicklerseite auch die Kompatibilität nicht umfassend sichergestellt wird. Ist in der Beschreibung der Software zu lesen, dass sie beispielsweise nur unter Windows oder nur auf Mac Geräten lauffähig ist, so wurde dieses Ziel wohl schon beim Konzept der RIA verfehlt oder nicht für wichtig gehalten.

Da die Rich Internet Application im Browser läuft, wird oft auch der Sicherheitsaspekt aufgeführt, da der Nutzer die Anwendung nicht auf seinen PC installiert, sondern in einer geschützten Umgebung (Browser-Sandbox) verwendet. Wer auf der Suche nach neuer Software ist und dabei die ein oder andere Shareware installiert, wird diesen Vorteil zu schätzen wissen. Während sich die Desktop-Programme oft tief im System einnisten, ist die Web-Anwendung ebenso da, wenn wir sie brauchen, ohne Rückstände am PC zu hinterlassen.

Bei der Datensicherheit ist das eingesetzte Protokoll zur Datenübertragung zwischen Client PC und Server sowie die Umsetzung zu berücksichtigen. Werden die Daten auf dem Firmen-Server anstatt auf dem PC des Nutzers gespeichert, muss das Unternehmen sich weniger Sorgen über Datenverlust und Datenklau machen, als wenn der Mitarbeiter auf seinem PC zu Hause sensible Daten ablegt. Kommt es hingegen beim Server zu Fahrlässigkeiten hinsichtlich Datensicherheit, kommt jede Hilfe zu spät. Für die Konzeption ist hier ein striktes Rechtesystem bei der Verwaltung der Daten dringend erforderlich.

Aktualität kann hier regelmäßig und v.a. auch in kurzen Abständen angeboten werden.  Updates und Bugfixes werden zentral – am Server – eingespielt und stehen damit den Nutzern sofort zur Verfügung, ohne Verzögerung und ohne Wartungsaufwand bzw. Update-Installation.

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